im krankenhaus
im krankenhaus

 

wie jeden tag seit einer woche

sitze ich auf dem bett

darf nicht in die sonne, langweile mich endlos

 

zuvie ruhe macht ruhelos

 

draußen die baustelle, lauter geräusche

trotzdem zu viel ruhe, alles so weit weg

 

kopfhörer auf, BAP an, lisa, schön leise

dies lisa kann ich jetzt gut verstehen

hände unter den kopf

dann kommen die tränen

 

und aus dem verschwommenen weiß an der decke

formen sich langsam bilder

dann augen zu - da ist dein gesicht

die gedanken an dich, immer mehr

 

dein lächeln

dein stoppelbart

und deine warmen, zärtlichen, tabakduftenden hände

die kleine mulde an deiner schulter

in die ich mich so schön kuscheln kann

 

tränen, weinen verboten, die nase wird sonst dick

hier darf ich nichts

nicht mal heulen wann ich will

 

ich will hier raus, zu dir

ich will endlich nach hause

hilfe - aber wer hört mich denn hier

 

alle fünf minuten ein blick zur uhr

was macht er jetzt

zucke jedes mal zusammen

wenn die tür geht

bei jedem geräusch

starre auf die tür - wie eine katze im tierheim

hol mich raus

 

überall mauern

überall verbote

rundweg im park - wie im knast

und ja nicht in die sonne

 

ich will nach hause

mit dir raus und den wind um die nase

musik machen

saufen

dösen

 

dabei bin ich im schatten eingesperrt

genau nach stundenplan durchgecheckt

und kontrolliert

 

jedes mal wenn du wieder gehst

kommt mir das heulen

ich hänge mich an jede minute wo du da bist

komme mir vor wie ein hund

der seinem herrn winselnd nachläuft

bis zum gitter, bis zum ende der leine

 

wenn du kommst werde ich jede minute genießen

ich zähle die stunden bis du da bist

klingt blöd, ist aber so

 

trotzdem - ich will raus, raus, raus

noch zwei endlose tage

und dann niemals wieder

 

ich warte auf dich

 

[im krankenhaus]